Filterung

Wasserschildkröten erreichen oft eine Körpergröße von knapp 30 Zentimetern. Dieser große Organismus verursacht natürlich auch mehr Abfall, als die kleineren Organismen eines Gesellschaftsaquariums. Wie soll man nun damit umgehen?

Am besten, man schafft sich eine Filteranlage an. Gut dafür geeignet sind Topffilter, welche außerhalb des Aquariums stehen und durch Schläuche das Wasser absaugen und es dann gereinigt wieder ins Becken zurückführen. Dadurch wird das Wasser von Schwebeteilchen befreit und chemisch gereinigt(vorausgesetzt das Volumen des Filters passt). Die chemische Reinigung erfolgt über die Bakterien die sich im Filtermaterial einnisten, also sollte man sich für ein Substrat mit möglichst großer Oberfläche entscheiden. Geeignet ist z.B. Lavagestein, sog. Zeolith und andere käuflich erwerbbare Filtermedien, welche aber keine sonderlich große Oberfläche aufweisen(zB Tonröhrchen, normale Steine). Bei Filterwatte muss man selbst entscheiden, ob man sie benutzt oder nicht; manchen verstopft sie zu schnell. Das Filtervolumen sollte so groß wie möglich sein, die Durchflussstärke das 2-3fache des Aquarieninhalts pro Stunde betragen, um eine genügende Umwälzung zu gewährleisten. Zu stark darf der Durchfluss allerdings auch wi eder nicht sein, da sonst die Bakterien keinen Lebensraum finden. Meistens pendelt sich die Durchflussstärke aber ohnehin im richtigen Bereich ein, weil durch größere Abfallreste ein Teil des Filters blockiert wird.
  <---Hier sieht man gut den ins Becken integrierten Filter

Diese "Filterbakterien" sind verantwortlich für den Zerfall organischer Stoffe, bei dem giftiges Nitrit in ungiftiges Nitrat umgewandelt wird. Nitrate werden von Pflanzen als Nährstoff aufgenommen, also ist gefiltertes Aquarienwasser bester Pflanzendünger! Diesen Umstand kann sich der Schildkrötenhalter auch zu Nutze machen, indem man Pflanzen ins Aquarium setzt. Wasserpflanzen sind dazu allerdings kaum geeignet, da sie für Schildkröten entweder ein Snack sind oder bei Umbauarbeiten der Bewohner entwurzelt werden. Dafür kann man aber Pflanzkästen aufs Aquarium aufsetzen, oder das Aquarienwasser mittels Pumpe in ein eigenes Pflanzenbecken umleiten und so Nitrate herausziehen. Zimmerpflanzen die dazu oft verwendet werden sind Efeutute und Monstera/Philodendron, weil sie schnell groß werden und somit auch eine beträchtlic he Menge an Nitrat umsetzen können.

Bei einer größeren Anzahl von Becken die man zu betreuen hat, kann man sich auch eine kleine Kläranlage bauen. Dazu nimmt man ein großes Fass und baut sich damit einen Topffilter nach, anschließend kann das Wasser aus dem Filter noch zur Nitratreduzierung in ein reines Pflanzenaquarium geleitet werden, bevor es wieder in die Becken zurückfließt.Anleitung für ein 55 Gallonen Filterbarrel (Englisch).
 <--Filtertopf im Aquarienraum--> 

Weitere Möglichkeiten zur Filterung bietet der Bodengrund. Hier sammeln sich auch Bakterien an, welche zur Filterung beitragen. Allerdings sind Schildkröten etwas ungestümer als Fische und man muss einen Kompromiss eingehen, wenn man einfache Reinigung und gute Filtration verbinden will. Wichtig für eine gute Wasserqualität ist auch der Sauerstoffgehalt des Wassers. Sauerstoff ist wichtig für das Umwandeln der Nitrate und wird mit der Zeit verbraucht. Gibt es keinen oder zu wenig Sauerstoff, so beginnt es zu faulen, das Wasser kippt. Abhilfe kann man hier schaffen, indem man einen "Sprudelstein" ins Aquarium setzt. Diese werden mit Hilfe einer Membranpumpe betrieben.

Weiterführende Links zum Thema Filter:
Turtle - Technik.de von Uwe GeisselAquaristik ohne GeheimnisseArtikel zur Nitrifikation
 

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