Pelomedusa subrufa

Starrbrust-Pelomedusenschildkröte
Verbreitungsgebiet:Afrika (vom Senegal und Äthiopien bis zur Republik von Südafrika), Madagaskar, Süd-Saudi Arabien und Jemen.  
Beschreibung:Der breite, stark abgeflachte Carapax ist oval geformt und am Hinterrand glatt oder leicht gesägt. Über dem 2. bis 4. Wirbelschild kann ein schwacher Kiel verlaufen.
Der Bauchpanzer ist gelblich, selten bräunlich und dunkel gesäumt, die Brücke ist gelb bis braun. Eine tiefe Analkerbe ist vorhanden. Der Kopf ist braun bis oliv und gelegentlich hell/dunkel gesprenkelt. Seine Seiten sind gelb bis cremefarben. Die Augen stehen aus dem flachen Kopf etwas hervor. Am Kinn befinden sich zwei gelbliche Bartlen. Auf ihrer Unterseite sind die sonst gelbbraunen Weichteile deutlich heller.
Das Plastron ist bei Männchen konkav geformt. Männliche Tiere haben außerdem deutlich längere und dickere Schwänze als Weibchen.
Lebensraum:Stehende, temporäre Gewässer mit zeitweise hohem Wasserstand werden bevorzugt, man findet Pelomedusen aber auch in Teichen und Bächen.
Lebensweise:Pelomedusen-Schildkröten gelten ökologisch als „amphibische Bewohner der Uferregion“. Die Fleischfresser bevorzugen Fische, Kaulquappen und andere Wassertiere, aber auch Vögel, Aas und Wasserpflanzen.
Während der Trockenzeit graben sich die Tiere in den Bodengrund ein, wo sie Wochen, Monate und vermutlich sogar Jahre überdauern können (BOYCOTT et al.).
Größe:maximal bis zu 32,5cm, in der Regel ca. 20cm;
Männchen leichter als Weibchen.
 
Temperaturansprüche:Ganzjährig tropische Temperaturen um 26-28°C,
leichte Temperaturdifferenzen während einer simulierten Regen- und Trockenzeit.
 
Ernährung:Hauptsächlich carnivor. Beim Autor werden nestjunge Mäuse, Fisch (Stinte), Shrimps, Regenwürmer, Grillen, Rinderherz, Schildkrötenpudding und selten Katzenfutter gereicht, größere Tiere können auch mit Eintagsküken gefüttert werden.
Lebende Futterfische erbeuten die geschickten Jäger problemlos.
Haltung:Bei Pelomedusen handelt es sich um robuste und auch dem Anfänger in der Schildkrötenhaltung zu empfehlende Wasserschildkröten, kleinere Haltungsfehler werden in der Regel toleriert.
Wird ihnen die Möglichkeit dazu geboten, sind sie gewandte Schwimmer, was bei der Wahl der Aquariengröße zu beachten ist. Ein Wasserstand von 20 – 40cm sollte kein Problem sein. Ruheplätze – beispielsweise in Form vertikal eingeklebter Glasscheiben, die man mit einer Schicht schwarzem Silikon versieht (darunter ergibt sich dann automatisch ein Versteckplatz) – müssen allerdings vorhanden sein, ansonsten kann es gerade beim Einsetzen neuer Tiere zu Unfällen kommen. Im Wasser und am Landteil muss Substrat eingebracht werden, da sich die Tiere darin eingraben.
Die friedlichen Schildkröten lassen sich gut vergesellschaften, sowohl untereinander als auch mit anderen Arten; eine Geschlechtertrennung ist bei adulten Tieren anzuraten.
Beim Autor lebt ein subadultes Pärchen von Pelomedusa subrufa olivacea in einem Aquaterrarium mit einer Grundfläche von 75x50cm, der Wasserstand beträgt etwa 20cm. Ein 30x20cm großer, Substratgefüllter Landteil ruht auf zwei Ziegelsteinen und ist unterschwimmbar, ein weiterer Ziegelstein dient als Flachwasserzone. Als Bodengrund wurde zuvor gewaschener Quarzsand eingebracht in dem die Tiere gerne wühlen. Wasser- und Lufttemperatur erreichen tagsüber 26 – 28°C und sinken während der Nacht um ungefähr 2°C ab. Beleuchtet wird mit einer handelsüblichen Leuchtstoffröhre; da sich die Tiere gelegentlich sonnen, wurde zusätzlich ein Spotstrahler von 25Watt installiert, der auf den Aufgang des Landteils gerichtet ist.

Sebastian Nickl
Weiterführende Links:Eric B. Holt's Caresheet
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